Prognosemärkte rücken in Europa zunehmend ins Zentrum der regulatorischen Aufmerksamkeit. Während die FIFA-Weltmeisterschaft für hohe Wettaktivität sorgt, formiert sich auf dem Kontinent ein gemeinsamer Kurs gegen unlizenzierte Anbieter. Der folgende Überblick zeigt, welche Länder beteiligt sind, wie sie vorgehen und wohin sich der Markt entwickelt.
Europa errichtet eine länderübergreifende Blockade gegen Prognosemärkte
Neun europäische Staaten haben eine gemeinsame Initiative gestartet, um den Betrieb von Prognosemärkten während der FIFA-Weltmeisterschaft zu überwachen und einzudämmen. Beteiligt sind Spanien, Frankreich, Deutschland, Italien, Portugal, Belgien, die Niederlande, Polen und die Schweiz.
Das erklärte Ziel: ein enger Informationsaustausch über die Methoden, mit denen Plattformen wie Kalshi und Polymarket Nutzer in diesen Ländern ansprechen.
Verbotslage in den beteiligten Ländern
| Land | Jahr der Regulierung | Haltung gegenüber Prognosemärkten |
|---|---|---|
| Belgien | Anfang 2025 | Frühes, vollständiges Verbot |
| Deutschland | Ende 2025 | Strikte Ablehnung und Überwachung |
| Frankreich | Anfang 2026 | Besonders restriktiver Ansatz |
| Spanien | Mitte 2026 | Jüngste rechtliche Schritte |
| Übrige Länder | Verschiedene Zeitpunkte | Gemeinsame Kooperation bei der Kontrolle |
Spanien nimmt dabei eine zentrale Rolle ein. Das Ministerium für Verbraucherschutz (Consumo) treibt im Rahmen seiner „Agenda 2030″ eine Kampagne zur strengeren Kontrolle des Online-Glücksspiels voran. Die Behörde will sicherstellen, dass nur Anbieter mit ausreichenden Schutzmechanismen für Verbraucher überhaupt am Markt tätig sind.
Consumo verweist darauf, dass nicht genehmigte Anbieter ohne rechtliche Absicherung operieren. Solche Plattformen könnten Risiken verstärken – etwa durch fehlende Einsatzgrenzen oder mangelnde Altersprüfung. Künftig sollen die Behörden deshalb Online-Wetten und Prognoseplattformen gezielt unter die Lupe nehmen.
Zudem fordern die beteiligten Staaten Sportverbände, Ligen und Vereine auf, ihre kommerziellen Partner genauer zu prüfen. So soll gewährleistet werden, dass Sponsoren und Plattformen die jeweiligen nationalen Glücksspielgesetze tatsächlich einhalten.
Markt im frühen Stadium – erste regulierte Strukturen
In Europa sind Prognosemärkte bislang weniger verbreitet als in den Vereinigten Staaten. Dennoch zeichnen sich erste Ansätze für regulierte Strukturen ab, etwa in Gibraltar: Dort haben mit ADI Predictstreet und WagerWire bereits zwei Anbieter eine Lizenzierung erhalten.
Nach Angaben der beteiligten Ministerien soll die grenzüberschreitende Zusammenarbeit auch über die Weltmeisterschaft hinaus fortgeführt werden. Die Partnerländer wollen langfristige Koordinationsmechanismen etablieren, um ein sicheres, transparentes und verantwortungsvolles Online-Spielumfeld innerhalb Europas zu fördern.
















