Die World Series of Poker in Las Vegas liefert weiter starke Geschichten aus deutschsprachiger Sicht. An Tag 22 rückten vor allem zwei Namen in den Fokus: Max Kruse und Manfred Wolf. Während Kruse bei der $10.000 Razz Championship mit einem starken Stack das Finale erreichte, spielte sich Wolf im $1.000 Seniors NLH Championship weit nach vorne.
Auch abseits der DACH-Spieler gab es reichlich Action. Justin Smith feierte im riesigen $500 Koloss seinen ersten Bracelet-Sieg, Daniel Aharoni gewann die $10.000 Big O Championship und Eddie Blumenthal beendete im Mixed-Omaha-Hi-Lo/Stud-Hi-Lo-Event seine lange Wartezeit auf das erste WSOP-Armband.
Justin Smith dreht das Koloss-Finale
Das $500 Koloss gehört traditionell zu den Turnieren, in denen Geduld, Nervenstärke und ein gutes Gefühl für große Felder gefragt sind. In diesem Jahr setzte sich Justin Smith gegen ein massives Feld von 16.269 Teilnehmern durch und holte sich sein erstes WSOP-Bracelet.
Dabei sah es zwischenzeitlich alles andere als nach einem Triumph aus. Smith lag im Turnierverlauf bereits bei nur vier Big Blinds, kämpfte sich jedoch zurück und blieb am Finaltisch in den entscheidenden Momenten ruhig. Am Ende wurde diese Aufholjagd mit $550.000 Preisgeld belohnt.
Im Heads-up setzte sich Smith gegen Myles German durch, der für Platz zwei $367.000 erhielt. Der frühere Chipleader Yuefan Wang musste sich mit Rang vier zufriedengeben.
| Spieler | Platz | Preisgeld |
|---|---|---|
| Justin Smith | 1 | $550.000 |
| Myles German | 2 | $367.000 |
| Yuefan Wang | 4 | nicht angegeben |
Daniel Aharoni gewinnt die Big O Championship
In der $10.000 Big O Championship feierte Daniel Aharoni ein starkes Comeback auf der WSOP-Bühne. Nach zwei Jahren Pause kehrte er an die Tische zurück und belohnte sich direkt mit seinem ersten Bracelet.
Aharoni spielte das Finale kontrolliert, traf in den wichtigen Händen die besseren Entscheidungen und setzte sich schließlich im Heads-up gegen Aaron Kupin durch. Für den Sieg erhielt er $861.287, das bislang höchste Preisgeld seiner Pokerkarriere.
| Platz | Spieler | Preisgeld |
| 1 | Daniel Aharoni | $861.287 |
| 2 | Aaron Kupin | nicht angegeben |
Der Sieg zeigt, wie wichtig Erfahrung in den komplexeren Varianten der WSOP sein kann. Gerade Big O verlangt deutlich mehr als reine Preflop-Aggression. Geduld, Handreading und ein gutes Gefühl für Equity-Situationen entscheiden hier oft über den Titel.
Eddie Blumenthal holt sein erstes Bracelet
Auch im $2.500 Mixed Omaha Hi-Lo / Seven Card Stud Hi-Lo wurde ein neuer Bracelet-Gewinner gekürt. Eddie Blumenthal setzte sich nach drei intensiven Turniertagen im Horseshoe und Paris Las Vegas durch und gewann erstmals ein WSOP-Armband.
Für Blumenthal war der Sieg mehr als nur ein weiterer großer Cash. Mit den $248.545 Preisgeld durchbrach er auch die Marke von drei Millionen Dollar an Karrieregewinnen. Nach einer langen Durststrecke ohne Titel dürfte dieser Erfolg für ihn besonders wertvoll sein.
| Spieler | Nationalität | Preisgeld |
| Eddie Blumenthal | USA | $248.545 |
Gerade Mixed Games gelten bei der WSOP als besonders prestigeträchtig, weil sie ein breites technisches Fundament verlangen. Blumenthals Sieg unterstreicht deshalb nicht nur seine Ausdauer, sondern auch seine Vielseitigkeit am Pokertisch.
Manfred Wolf stark im Seniors Event dabei
Aus deutschsprachiger Sicht war das $1.000 Seniors NLH Championship eines der interessantesten Turniere des Tages. Am zweiten Starttag übernahm Andrew Rosen aus den USA mit 363.000 Chips die Führung. Nach Tag 2A waren nur noch 105 Spieler übrig, angeführt von Adam Agaev mit 2.190.000 Chips.
Knapp dahinter liegt Scott Ruegsegger mit 2.150.000 Chips. Doch auch Manfred Wolf brachte sich hervorragend in Position. Der Deutsche beendete den Tag mit 1.540.000 Chips und liegt damit auf Rang acht im Chipcount.
| Spieler | Herkunft | Chips |
| Adam Agaev | nicht angegeben | 2.190.000 |
| Scott Ruegsegger | nicht angegeben | 2.150.000 |
| Manfred Wolf | Deutschland | 1.540.000 |
Für Wolf ist das eine starke Ausgangslage. Im weiteren Turnierverlauf wird entscheidend sein, wie gut er seine Position gegen die Big Stacks verteidigen kann. Der Zusammenschluss der Felder von Tag 1B und Tag 2A ist für Donnerstag angesetzt. Danach geht es für die verbliebenen Spieler gemeinsam in Tag 3.
DACH-Spieler im $25.000 PLO High Roller weiter
Auch im $25.000 High Roller Pot-Limit Omaha gab es mehrere deutschsprachige Spieler, die den Sprung in den zweiten Turniertag schafften. Insgesamt kamen am zweiten Starttag 224 Entries zusammen, wodurch der Preispool auf $7.731.000 anwuchs.
Nach einem langen Tag blieben 83 Spieler übrig. An der Spitze liegt Youness Barakat aus Italien mit 1.675.000 Chips. Dahinter folgen prominente Namen wie David Benyamine mit 1.209.000 Chips und Daniel Negreanu, der nach einem Re-Entry 789.000 Chips eintütete.
Aus dem DACH-Raum erreichten fünf Spieler Tag 2. Raphael Schreiner aus Österreich führt diese Gruppe mit 472.000 Chips an. Manuel Fischer liegt mit 444.000 Chips ebenfalls solide im Rennen. Für Dennis Weiss wird es dagegen deutlich schwieriger, denn er startet mit 55.000 Chips als Shortstack in den nächsten Tag.
| Spieler | Herkunft | Chips |
| Raphael Schreiner | Österreich | 472.000 |
| Manuel Fischer | Deutschland | 444.000 |
| Jeremy Trojand | Deutschland | 164.000 |
| Daniel Perkusic | Deutschland | 92.000 |
| Dennis Weiss | Deutschland | 55.000 |
Pot-Limit Omaha bleibt eines der swingreichsten Formate der WSOP. Gerade im High-Roller-Bereich können sich Stacks schnell verschieben. Für die DACH-Spieler ist also noch alles möglich, auch wenn die Ausgangslagen sehr unterschiedlich sind.
Max Kruse glänzt in der Razz Championship
Der sportlich wohl spannendste DACH-Moment des Tages kam von Max Kruse. Der frühere Fußballprofi erreichte in der $10.000 Razz Championship das Finale und geht mit 1.505.000 Chips als Drittplatzierter in die Endrunde.
Das Feld war mit 155 Entries stark besetzt. Nur acht Spieler schafften den Sprung an den Finaltisch. Angeführt wird das Finale von Calvin Anderson mit 1.885.000 Chips, dicht gefolgt von Eric Rodawig mit 1.865.000 Chips. Kruse liegt nur knapp dahinter und hat damit eine realistische Chance, ganz vorne anzugreifen.
| Spieler | Chips | Zwischenrang |
| Calvin Anderson | 1.885.000 | 1 |
| Eric Rodawig | 1.865.000 | 2 |
| Max Kruse | 1.505.000 | 3 |
Für jeden Finalisten sind bereits $36.395 sicher. Der Sieger erhält $357.026 und natürlich das begehrte Bracelet. Für Kruse wäre ein solcher Erfolg ein weiterer Meilenstein in seiner Pokerkarriere.
Sein Auftritt zeigt erneut, dass er längst mehr ist als ein prominenter Name aus dem Fußball. Gerade Razz verlangt Disziplin, Geduld und ein präzises Gefühl für Board-Entwicklungen. Kruse bewies an Tag 2, dass er diese Variante auf hohem Niveau spielen kann.
Sechs DACH-Spieler überstehen den Freezeout-Tag
Im $2.500 Freezeout No-Limit Hold’em ging es ebenfalls intensiv zur Sache. Das Turnier zog 1.561 Teilnehmer an. Nach dem ersten Tag blieben 275 Spieler übrig, 235 Plätze werden bezahlt. Der Preispool liegt bei $3.473.225, auf den Sieger warten $513.885.
James Goldblatt aus den USA beendete Tag 1 als klarer Chipleader mit 780.000 Chips. Aus dem deutschsprachigen Raum schafften sechs Spieler den Sprung in Tag 2.
Matthias Auer liegt mit 338.000 Chips am besten. Auch Adi Rajkovic und Sebastian Schulze haben solide Stacks aufgebaut. Stefan Kiwisch geht mit 93.000 Chips in den zweiten Tag, während Nils Pudel und Siegfried Friedl als Shortstacks deutlich mehr Druck haben.
| Spieler | Chips | Region |
| Matthias Auer | 338.000 | DACH |
| Adi Rajkovic | 228.000 | DACH |
| Sebastian Schulze | 217.000 | DACH |
| Stefan Kiwisch | 93.000 | DACH |
| Nils Pudel | 39.000 | DACH |
| Siegfried Friedl | 35.000 | DACH |
Gerade im Freezeout-Format gibt es keine zweite Chance. Jeder verlorene Stack ist endgültig, was die Dynamik im Vergleich zu Re-Entry-Turnieren deutlich verändert. Für die DACH-Spieler kommt es nun darauf an, früh gute Spots zu finden und die Bubble-Phase sauber zu navigieren.
Starker WSOP-Tag für den DACH-Raum
Tag 22 der WSOP brachte aus deutschsprachiger Sicht mehrere starke Ergebnisse. Manfred Wolf liegt im Seniors Event hervorragend im Rennen, mehrere DACH-Spieler überstanden den Start im PLO High Roller und im Freezeout, während Max Kruse in der Razz Championship sogar mit Titelchancen ins Finale geht.
Besonders Kruse dürfte nun im Mittelpunkt stehen. Mit dem drittgrößten Stack am Finaltisch hat er alle Möglichkeiten, um in einem hochklassigen Feld um das Bracelet mitzuspielen. Gleichzeitig bleibt Manfred Wolf im Seniors Event einer der interessantesten Namen aus deutscher Sicht.
Die WSOP 2026 zeigt damit erneut, wie breit der deutschsprachige Pokerraum inzwischen aufgestellt ist. Von No-Limit Hold’em über Pot-Limit Omaha bis zu Razz und Mixed Games sind DACH-Spieler in mehreren Varianten konkurrenzfähig unterwegs. Der nächste Turniertag könnte deshalb gleich mehrere spannende Entscheidungen bringen.
















